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Die Säfte der Wahl, doch wo sind sie hin?

Bio-Sonne Apfel-Direktsaft aus dem Norma

Ihr kennt das sicher. Ihr habt euch endlich, nach viel Probieren und Zähneknirschen auf eine Saftmarke, einen Saft oder allgemein einen Hersteller eingestellt. Klar, normalerweise denkt jetzt jeder „Hey, ich trinke aber auch Mal andere Säfte, von anderen Marken, aus anderen Märkten“, natürlich, doch am Ende hat jeder seinen Favoriten. So ging es auch mir, als ich sah, dass der Rewe-Markt in Saarbrücken mehr als nur einen Fairtrade-Saft führt. Da stand man auf einmal einen Gang weiter, in einem Gang, in dem es normalerweise nur Katzenfutter, Hundefutter und andere Produkte gibt, die nicht unbedingt die menschliche Ernährung als Ziel haben. Es war ein Regalmeter von Jacoby, die glücklicherweise gleich mehrere BIO-Säfte führen. Aber so sehr ich mich auch freute, in der Woche danach flog die ganze Marke aus dem Sortiment, wie mir eine Verkäuferin sagt, als wir zusammen nach anderen, vergleichbaren Säften den Markt durchsuchten.

Es ist ja auch nicht so, dass Produkte in den Supermärkten nur dort stehen, weil der Markt sich erhofft diese eventuell gut bis sehr gut verkaufen zu können, sondern schlichtweg die Hersteller und Marken zusätzlich von Kette zu Kette verschiedene Verträge mit zum Teil sehr saftigen Zahlungen eingehen müssen, um überhaupt geführt zu werden. Dabei entscheidet sich natürlich auch wie viel Platz sie zur Verfügung gestellt bekommen, welche Regalhöhe sie nutzen können und vieles mehr. Das geht einfach nicht für jeden Hersteller, das geht vor allem nicht, wenn sich ein Regal nicht nach den Vorgaben dreht, die Produkte sich angemessen verkaufen und der Platz, die Positionierung, die Werbung und Co. zu einem nicht mehr stemmbaren Kostenfaktor wird.

Doch kann es von den Ketten und Märkten tatsächlich ihr Ernst sein, dass sie auf der einen Seite mit ihren frischen Theken, dem tollen Obst, dem hervorragenden Service oder gar sozialen Bedingungen werben, auf der anderen Seite jedoch ihr Sortiment derart ausdünnen, dass man einzig nur noch zu einem Saft greifen kann, wenn einem die Qualität, die Bedingungen und was man eben zu sich nimmt, nicht vollkommen am Äquator vorbei geht?

Fragt man nun die Mitarbeiter der Märkte, die Filialleiter oder andere Menschen, die in den Märkten irgendeine Entscheidungsgewalt haben, ist die Antwort doch immer die Selbe: Das kommt von oben. Es kommt von Oben, was von unten gewünscht wird. Erinnert mich an Regale doch auch nur noch aus Prozenten anstatt Preisen, aus einzeln eingeschweißten Keksen und aus Sahnezubereitungen bestehen, bei denen von Milch keine Rede mehr sein kann. Aber halt, das ist eben was wir doch wollen!

Ich will das nicht, ich will keine stinkenden Pseudo-BIO-Kunststoff-Einkaufstüten, keine BIO-Tomaten in transparenter Kunststoffverpackung, keine BIO-Joghurts mit dicker, vollflächiger Pappummantelung um den inneren Kunststoffkern, keine verkleinerten BIO-Brote in Kunststofftüten zum Preis von zwei Standard-Broten nebenan und ich will nicht nur einen Orangensaft trinken, nur weil Personen von Oben meinen, dass diese Öko-Spacken sowieso für den Umsatz nicht der Rede und der Vermarktung wert sind. Ach, sind wir Öko-Spacken das nicht? Sind wir keine größere Auswahl wert, wenn ihr damit werbt, jetzt noch mehr Gemüse aus ökologischem Anbau in euren Auslagen mit befeuchteter Luft führt? Und wieso stammelt ihr von einer Entwicklung, die gerade erst stattfinden muss um mehr Produkte für diesen Bereich dem interessierten Konsumenten anbieten zu können, wenn ihr zeitgleich bereits vorhandene Produkte aus dem Sortiment schmeißt?

Ach richtig, weil ihr neben das befeuchtete Gemüseregal, in die Kühltheke mit dem veganen Food, an dem ihr eure Werbungen für „Neu bei uns“ positioniert habt, obwohl ich diese Produkte unter anderem schon seit fast einem Jahr bei euch kaufe, zwei neue Bio-Säfte ganz unten rechts, unter den Kunststoffflaschen von Valensina positioniert habt. Doch auch dieses Bild bekommt schnell einen Knick, denn in dieser Woche stehen dort kein Apfel- und Orangensaft mehr, vielmehr hat ein Valensina-Kunststoffflaschen-Saft nun den Platz des Orangensaftes eingenommen. Mal sehen, ich trinke gerne Orangensaft, dann laufe ich eben halb durch den Markt und schnappe mir den einzig verbliebenden „Pfanner Fruchtsaft Spezial„, der trägt immerhin ein Fairtrade-Siegel. Dieser Spezialsaft ist nur blöderweise einmal mehr ausverkauft, hat wohl ein Öko-Spacken vor mir gefunden.

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