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Earth Hour – wenn die Welt das Licht ausknipst

Sydney Opera House bei Nacht

Am heutigen Samstag, dem 30. März 2019, ist es wieder so weit. Auf der ganzen Welt werden Wahrzeichen für eine Stunde lang in der Dunkelheit verschwinden. Doch können wir mit der Earth Hour wirklich die Welt retten?

Um es gleich vorweg zu nehmen: nein, die Welt retten können wir mit dieser Aktion nicht, aber es wird genau das erreicht, wozu die Earth Hour 2007 vom WWF Australia ins Leben gerufen wurde: Aufmerksamkeit auf das Thema lenken. Damals legte sich die Dunkelheit über Sydney. Mehr als 2,2 Millionen australische Haushalte nahmen an der Aktion teil. Seitdem findet die Earth Hour jedes Jahr statt, immer im März.

Und auch heute abend um 20:30 Uhr wird das Thema Umweltschutz wieder präsent sein in den Köpfen der Menschen, wenn zahlreiche Städte und Gemeinden in Deutschland und auf der ganzen Welt für eine Stunde das Licht ausknipsen. Und das ist auch gut so, denn wenn wir nicht versuchen, den Klimaerwärmung auf 1,5°C zu beschränken, wird das gravierende Konsequenzen für Mensch und Natur haben.

Doch an der Earth Hour gibt es auch Kritik, die Symbolwirkung ist umstritten. Verschiedene Umweltorganisationen wie etwa der NABU riefen zu alternativen Maßnahmen auf. Unter dem Motto „Licht an – aber richtig“ gab es eine Kampagne, die darüber informierte, dass es besser sei, auf Energiesparlampen und Ökostrom umzusteigen, als einmal im Jahr für eine Stunde das Licht auszumachen.

Die Kritik ist nicht unberechtigt, aber warum nicht beides? Warum nicht auf Ökostrom und Energiesparlampen umsteigen und trotzdem an der Earth Hour teilnehmen, um auf die Thematik des Umweltschutzes aufmerksam zu machen?

Nun, ein Problem dürfte sein, dass viele eben nur an der Earth Hour teilnehmen und das war’s dann auch schon. Am nächsten Tag ist das Thema Umweltschutz dann wieder vergessen, weil man hat ja schon was für die Umwelt getan. Oder etwa nicht?

Fakt ist, einmal Licht ausschalten ist nicht genug. Wollen wir nachhaltig etwas für den Umweltschutz tun, langt es eben nicht, wenn wir eine Stunde lang im dunkeln auf unser Smartphone oder Laptop starren, während die Couch Fernsehen schaut und die leere Küche dem Radio zuhört.

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