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Ich trage Fischernetz und was trägst du?

In unseren Meeren schwimmt zu viel Plastik. Das steht außer Frage. Und während mittlerweile sogar Adidas auf die Idee gekommen ist, einen Sneaker aus Meeresplastik herzustellen, macht das spanische Modeunternehmen Ecoalf genau das schon seit nunmehr 10 Jahren. Heute betreibt Ecoalf vier Stores in Madrid, Barcelona, Valencia und Berlin.

Seit 2015 arbeitet Ecoalf an dem Projekt “Upcycling the Oceans”. Die dafür gegründete Ecoalf Foundation hat Vereinbarungen mit Fischergemeinschaften in Spanien und Thailand arrangiert, die dabei helfen, den Müll im Meer zu sammeln.

Um die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern zu erleichtern, hat Ecoalf in den Häfen Container aufgestellt, in denen die Fischer die Netze direkt und ohne extra Aufwand entsorgen können.

Die Netze aus den Containern und weiterer gesammelter Müll wird dann zu Garn für Kleidung verarbeitet. Sobald eine bestimmte Menge an Müll erreicht ist, wird das Plastik in Flocken und dann in Pellets verwandelt, bis daraus dann die Fasern aus 100% recycelten Materialien entstehen.

Immer dem Motto “Weil es keinen Planeten B gibt” folgend, entstehen bei Ecoalf nachhaltige Lifestyle-Kleidung aus PET-Flaschen, wiederverwerteten Fischernetzen oder Kaffeebechern. Auch recycelte Baumwolle kommt zum Einsatz. Und weil man der Kleidung nicht ansieht, dass sie aus Müll gefertigt wurde, steht auf den Produkten größtenteils, wie viele PET-Flaschen oder Fischernetze für die Herstellung verwendet wurden

Doch Textilien aus Meeresmüll herzustellen, ist dem Gründer Javier Goyeneche noch nicht genug. Neben der Transparenz der Produkte setzt er auch auf Kooperationen mit Unternehmen weltweit. So sollen auch andere Firmen davon überzeugt werden, die teureren Verarbeitungsprozesse umzusetzen, um der Umwelt etwas Gutes zu tun. Denn für die teilweise stark verwitterten Abfälle aus dem Meer werden ein großes KnowHow und intensive Forschung benötigt.

“Ziel ist es, mit recycelten Materialien die gleiche Qualität, modernes Design und technischen Fortschritt zu erreichen, wie die besten nicht recycelten Produkte”, so Goyeneche. Und genau deshalb stellt er sich nun auch schon seit 2009 dieser Herausforderung. Er möchte zu 100% recycelte Fäden.

Das Unternehmen ist auf einem sehr guten Weg. Und es ist an der Zeit, dass mehr Unternehmen auf den fahrenden Zug aufspringen und sich Gedanken zu Alternativen in der Textilherstellung machen. Denn ohne ein Umdenken schwimmen bald mehr Plastikteile in unseren Meeren als Fische.

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