Lexikon

Bio-Anbauverbände
Als Bio-Anbauverbände bezeichnet man Verbände mit unterschiedlich strengen Richtlinien. Allen diesen Verbänden ist es jedoch gemeinsam die Forderungen der Öko-EG-Verordnung meist weit zu übertreffen, z.B. gibt es die Verpflichtung den kompletten Betrieb auf ökologischen Anbau umzustellen, anstelle nur eines Teils des Betriebes (wie es die Öko-EG-Verordnung fordert), es gelten auch strengere Vorschriften für beispielsweise Düngemittel, Insektenschutzmittel Lebensmittelzusatzstoffe und das verwendete Tierfutter. Hierzu zählen unter anderem Naturland, Gäa e.V., Ecoland, Ecovin, Demeter, Bioland, Biopark und Biokreis. Alle diese Verbände orientieren sich an den Richtlinien der IFOAM (International Federation of Organic Agriculture Movements), allerdings kann die sich die Auslegung dieser Regeln bei den einzelnen Verbänden unterscheiden.

biobio netto LexikonBioBio
“BioBio – Bioprodukte für Alle” war die Eigenmarke von Plus. Heute gehört die Marken Netto-Marken-Discount. Es gibt ein umfangreiches Sortiment und die Produkte von BioBio tragen alle das EU-Biosiegel und erfüllen somit dessen Mindeststandards.

biokreis LexikonBiokreis
1979 wurde Biokreis Ostbayern e.V. als anerkannt gemeinnütziger Verein gegründet. Der Verband verwendet auch das speziell entwickelte Siegel “regional & fair” umso die lokale, ökologische Erzeugungsweise hinaus auch handwerkliche Verarbeitung und faire Bedingungen für alle am Herstellungsprozess beteiligten zu garantieren. Mehr Informationen gibt es auf der Biokreis-Website.

bioland LexikonBioland
Bioland ist nach den Angaben des BÖLW der größte ökologische Anbauverband in Deutschland (Januar 2011). Bioland besteht seit 1971. Die Richtlinien des Verbandes können auf deren Website eingesehen werden.

biopark LexikonBiopark
1991 wurde der ökologische Anbauverband Biopark gegründet. Den überregionalen Vertrieb der Biopark-Produkte übernimmt seit 1994 die Biopark Markt GmbH. Mehr Informationen gibt es auf der Website des Vereins.

Bio-Supermarktketten
Anbieter eigener Biomärkte organisiert als Handelsketten. Hierzu gehören z.B. Alnatura, Basic, Reformhaus und ähnliche andere Anbieter.

DE Biosiegel LexikonDeutsches Biosiegel
Das deutsche Biosiegel in Form eines grün-schwarz-weißen Rechtecks wurde 2001 eingeführt, die Verwendung des Zeichens ist freiwillig. Auch hier müssen mindestens 95% der Zutaten richtlinienkonform Bio sein. Häufig wird es auf Verpackungen direkt neben dem EU-Biosiegel angebracht.
Mehr dazu auf der Website des deutschen Biosiegels.

demeter LexikonDemeter
Unter dem geschützten Markenzeichen demeter werden nach anthroposophischen Prinzipien biologisch-dynamisch erzeugte Produkte verkauft. Das Zeichen existiert bereits seit dem Jahr 1928 und wird schon seit bestehen auf die Einhaltung die Richtlinien des demeter-Bundes durch seine Vertragspartner kontrolliert. Zur Demeter-Landwirtschaft gehören auch spirituelle und Homöopathie ähnliche Methoden. Die Vorgaben der EU-Verordnung werden unter diesem Siegel eingehalten und durch die weiteren und strengeren Regeln noch übertroffen. Mehr auf der demeter-Website.

ecovin LexikonEcovin
Ecovin wurde 1985 als Bundesverband ökologisch arbeitender Weingüter in Deutschland gegründet, es ist der einzige Anbauverband, der sich rein auf ökologischen Wein spezialisiert hat. Mehr darüber finden Sie auf der Ecovin-Website.

edeka bio LexikonEdeka Bio Wertkost
Bio Wertkost ist die Bio Eigenmarke der Handelskette Edeka. Die Produkte werden saisonal passend angeboten und erfüllen selbstverständlich die Mindestanforderungen der EU-Verordnung.

Eigenmarken des Handels
Die sogenannten “Eigenmarken des Handels” sind nicht gleichzusetzen mit den Bio-Anbauverbänden oder Bio-Siegeln, wobei diese Produkte in der Regel ein solches Siegel tragen und die die EU-Bio-Standards erfüllen.

EU Biosiegel LexikonEU-Biosiegel
Das EU-Biosiegel wurde im Juli 2010 eingeführt und muss seitdem EU-weit auf allen verpackten Bioprodukten, die innerhalb der Europäischen Union hergestellt werden verpflichtend stehen. Voraussetzung für dieses Siegel ist, dass höchstens 95% der Inhaltsstoffe aus dem Öko-Anbau kommen und maximal 0,9% gentechnisch verändertes Material enthalten sein darf. Der Begriff Bio (zu „Biologischer Landwirtschaft“), ebenso wie “aus kontrolliert biologischem Anbau” und “Öko” sind europaweit geschützte Begriffe nach EU-Recht.

EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hält eine fortgeschriebener Form, nicht-amtliche Fassung der Regelungen online bereit. Die Ausführungen würden den Umfang dieses Lexikons sprengen.

fairtrade LexikonFair Trade
Ein Siegel der Fairtrade Labelling Organizations International, bzw. im deutschsprachigen Raum des gemeinnützigen Vereins TransFair. Die Produzenten der so zertifizierten Produkte müssen sich an feste Regeln in den Punkten Ökologie, Ökonomie und Soziales halten, welche von der Organisation überprüft werden. Mehr Informationen hierzu bei Fairtrade-Deutschland.

Fair gehandelte Produkte / Fairer Handel
Es gibt Produkte die nicht das bekannte Fair-Trade-, Flower-Label- oder vergleichbare Siegel tragen, sondern nur die Aufschrift “fair gehandelt”. Begriffe wie “Fairer Handel” oder “fair gehandelt” sind nicht geschützt und unterliegen nicht den Standards und Prüfungen einer der Prüflabel-vergebenden Organisationen. Dies bedeutet nicht unbedingt, dass diese Produkte nicht fair sind, sondern lediglich, dass sich die Herstellerfirma nicht hat von einer Organisation zertifizieren und überprüfen lassen oder (das gibt es auch) für die entsprechende Produktart gibt es evtl. derzeit gar kein entsprechendes Siegel.

Fairtrade Labelling Organizations International (FLO)
Dachorganisation für Fairen Handel mit Sitz in Bonn, 1997 gegründet und verantwortlich für die Vergabe des Fair-Trade-Siegels. 2002 wurde von FLO das Fair-Trade-Siegel eingeführt. Seit 2004 übernimmt die unabhängige Zertifizierung die FLO-CERT GmbH

FINE
Diese Abkürzung steht für
F = Fairtrade Labelling Organizations International (FLO)
I = (ehemals) International Fair Trade Association (IFAT) (heute: World Fair Trade Organization (WFTO))
N = Network of European Worldshops (NEWS)
E = European Fair Trade Association (EFTA)
und bezeichnet einen zwanglosen Zusammenschluss dieser vier großen internationalen Organisationen des fairen Handels.

GAA LexikonGäa e.V. Der “Gäa e.V. – Vereinigung ökologischer Landbau Bundesverband” ist eine Vereinigung von Verarbeitern, Erzeugern und Landwirten aus dem ökologischen Bereich, gegründet 1989 (noch in der DDR). Der Name ist keine Abkürzung (wie man meinen könnte), sondern leitet sich vom Namen der Göttin Gaia ab. Der Gäa richtet sich nach strengeren Auflagen als der EU-Verordnung.
Mehr auf der Website des Gäa e.V..

MSC
MSC steht für Marine Stewardship Council und wurde 1997 vom Unilever-Konzern und der Umwelt- und Naturschutzorganisation WWF mit dem Ziel die Überfischung der Meere zu verringern gegründet, ist aber seit 1999 unabhängig von Unilever und dem WWF. Der MSC musste in der Vergangenheit Kritik von Greenpeace wegen zu schwacher Zertifizierungskriterien. Mehr auf der MSC-Website.
Alternative Siegel für nachhaltige und ökologische Fischerei werden z.B. auch von den Verbänden Bioland und Naturland vergeben.

aldi bio LexikonNatürlich Bio
Natürlich Bio ist die Bio-Eigenmarke von Aldi (Süd). Die Produkte dieser Marke tragen das EU-Biosiegel und erfüllen somit auch die von der EU-Verordnung geforderten Richtlinien.

naturkind kaisers tengelmann LexikonNaturkind
Bereits seit 25 Jahren besteht diese Bio-Eigenmarke der Handelskette Kaiser’s Tengelmann. Die Produkte müssen mindestens die Anforderungen der EU-Verordnung erfüllen.

naturland LexikonNaturland
Der vollständige Name lautet “Naturland – Verband für ökologischen Landbau e. V.”. Der Verband wurde gegründet. Naturland ist laut dem Dachverband Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) der zweitgrößte Anbauverband nach Bioland (Januar 2011).

Siegel
Auf vielen Produkten befinden sich “Siegel” oder Kennzeichnungen die dem Kunden bei der Orientierung helfen sollen, aber natürlich auch (meist nicht zu Unrecht) das Produkt ein Stück weit bewerben sollen. Es gibt die Siegel nach EU-Ökoverordnung wie das EU-Biosiegel und das deutsche Biosiegel, Siegel der Bio-Anbauverbände wie zum Beispiel Bioland, Demeter, Naturland oder Biokreis, Siegel die für eine faire Herstellung und/oder einen fairen Handel sprechen wie Fair Trade, BananaFair, Rugmark oder das Flower Label oder beispielsweise das Vegan-Siegel der Vegan Society für Produkte ohne tierische Bestandteile, sowie ohne Ausbeutung irgendwelcher Tiere.

oekotex LexikonÖkotex
Als Öko-Tex-Standard wird ein unabhängiges Prüf- und Zertifizierungssystem für Textilprodukte bezeichnet. Am bekanntesten hier wird das Label “Textiles Vertrauen” sein, in Kombination mit der jeweiligen Prüfnummer und der Standard-Bezeichnung. Es gibt Die Standards Öko-Tex-Standard 100 (Schadstoffprüfungen), Öko-Tex-Standard 1000 (Umweltfreundliche Betriebsstätte) und Öko-Tex-Standard 100plus (Schadstoffgeprüft UND umweltfreundliche Betriebsstätte). Mehr auf der Öko-Tex-Website.

vegan blume LexikonVegan-Blume
Als “Vegan-Blume” bezeichnet man das Label der Vegan Society um Produkte als vegan, nach deren Richtlinien zu kennzeichnen. Die Vegan-Blume hat in den letzten Jahren ab und an sehr mit Vorwürfen wegen der Aufweichung der Richtlinien hin zum Trademark-Werbeinstrumnt zu kämpfen. Mehr auf der Website der Vegan Society.

V Label LexikonV-Label
Das so genannte V-Label kennzeichnet vegetarische Produkte und Dienstleistungen. Es ist ein einheitliches Gütesiegel der Europäischen Vegetarier Union. Produkte die mit diesem Laben ausgezeichnet wurden dürfen keinerlei Tierbestandteile irgendeiner Art enthalten, auch keine versteckten und nicht deklarationspflichtigen Bestandteile. Mehr Informationen finden Sie auf der Website zum V-Label.

Dieses Lexikon/Glossar erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wird ständig erweitert und ausgebaut. Verbesserungs-, Erweiterungs- und Korrekturvorschläge sind jederzeit willkommen. Dies geht recht unkompliziert via Twitter oder per E-Mail.