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Nachhaltige LEGO Steine

zahlreiche Legosteine in verschiedenen Formen und Farben

Wer kennt sie nicht, die kleinen bunten Steinchen aus Plastik. Na klar, die Rede ist von LEGO. Seit Jahren begeistern sich jung und alt für die kleinen Bausteine. Doch eines sicher: die Umwelt teilt diese Begeisterung nicht. Deshalb hat LEGO im vergangen Jahr Geld in die Hand genommen und versucht, eine ökologische Alternative zum herkömmlichen Kunststoff zu finden.

Bisher wurden die LEGO Steine aus ABS-Kunststoffen produziert, die nur mit Erdöl hergestellt werden können. Bei der ökologischen Alternative handelt es sich um pflanzliches Polyethylen, das aus Zuckerrohr gewonnen wird. Mit diesem neuen Kunststoff stellt LEGO nun seit vergangenem Jahr botanische Elemente wie Lego-Bäume, -Büsche und -Blätter her.

Der Hersteller selbst sagt dazu: „Als LEGO Gruppe wollen wir einen positiven Einfluss auf die Welt um uns herum nehmen und arbeiten hart daran, großartige Spielprodukte für Kinder aus nachhaltigen Materialien herzustellen. Wir sind stolz darauf, dass die ersten LEGO Elemente aus nachhaltig hergestellten Kunststoffen in die Produktion gehen und schon in diesem Jahr Einzug in LEGO Packungen halten werden. Dies ist ein großer erster Schritt in unserem ehrgeizigen Vorhaben, alle LEGO Steine aus nachhaltigen Materialien zu produzieren.“

Doch sind die neuen LEGO Steine wirklich so nachhaltig, wie LEGO behauptet?

Mit dem neuen Bio-Plastik geht LEGO auf jeden Fall einen Schritt in die richtige Richtung, keine Frage. Doch die optimale Lösung ist das noch nicht. Denn so ist das neue Plastik zwar recyclebar, aber nicht biologisch abbaubar. Das wäre auf der einen Seite natürlich wünschenswert, andererseits möchte auch niemand verrottendes Spielzeug im Kinderzimmer haben.

Und: die größte Herausforderung steht noch bevor. Nämlich die gesamte Kollektion auf den biologischen Kunststoff umzustellen. Ein Ziel, dass sich LEGO selbst für 2030 gesetzt hat. Denn die neuen botanischen Elemente machen bisher nur 1-2% der gesamten LEGO-Kollektion aus.

Zusätzlich muss auch die Verwendung von Zuckerrohr kritisch betrachtet werden. Natürlich ist es richtig zu versuchen, vom Erdöl wegzukommen. Aber schauen wir uns an, wo und wie die Pflanzen wachsen, bekommt das Ganze doch wieder einen faden Beigeschmack. Denn Zuckerrohr wird vor allem auf riesigen Plantagen in Brasilien und anderen Ländern Südamerikas angebaut – nicht selten zulasten des Regenwaldes, der kurzerhand abgeholzt wird, um weitere Anbaufläche zu schaffen.

Die Verwendung von Bio-Plastik an sich ist also eine gute Sache. Aber LEGO sollte sich definitiv nach weiteren Alternativen umschauen. Zum Beispiel die Forschung in Bereich “Plastik aus Resten von Nahrungsmitteln” weiter vorantreiben oder altes Spielzeug zurücknehmen, einschmelzen und zu neuen Steinen verarbeiten. Das würde nicht unsere Ölvorräte schonen, sondern auch noch zur Müllvermeidung beitragen.

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