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Nachhaltiges Einweggeschirr – geht das?

Krone einer Palme, von unten fotografiert

Noch ist es grau und trüb draußen, aber der Sommer kommt. Und mit dem Sommer kommt auch die Grillsaison. Und mit der Grillsaison kommt das Einweggeschirr. Und das bedeutet jede Menge Abfall.

Muss doch nicht sein, dachte sich wohl Claudio Fritz-Viette und gründete 2013 das Berliner Start-Up Leef. Leef produziert umweltfreundliches Einweggeschirr aus Palmblättern.

Die Blätter, die Leef verarbeitet, stammen vom Betelnussbaum, der Arekapalme aus Indien. Dabei handelt es sich um natürlich gefallene Palmblätter, die eigentlich ein Abfallprodukt sind, das ansonsten oftmals verbrannt würde.

Bei der gesamten Produktion versucht Leef, so nachhaltig wie möglich zu arbeiten. So wird das Wasser, das für die Reinigung der Blätter benötigt wird, aufgefangen und zum Bewässern wiederverwendet. Dabei wird selbstverständlich vollkommen auf chemische Substanzen verzichtet.

Produziert wird direkt vor Ort in Indien, bei den lokalen Kleinbauern und Unternehmen. Die Teller werden dort zu 100% aus getrockneten Palmblättern hergestellt, in dem das gewaschene und getrocknete Blatt für 80 Sekunden in die entsprechende Form gepresst wird. Da sie von Natur aus wasserabweisend sind, müssen die Teller weder verklebt noch beschichtet werden. Und auch die Verpackung ist nachhaltig und besteht aus Naturmaterialien.

Nur die langen Transportwege von Indien nach Deutschland, die sind ein Problem. Das streitet auch der Gründer nicht ab. Doch in Deutschland gibt es einfach nicht den passenden Rohstoff. Daher hat Leef die eigenen Packtechnik optimiert. So ist der CO2-Ausstoß beim Transport mit dem Schiff für 120.000 Palmblatt-Teller von Indien nach Deutschland in etwa vergleichbar mit den Emissionen einer Fahrt mit einem Lastwagen von Italien nach Deutschland. Das ist natürlich nicht optimal, aber schonmal ein guter Anfang.

Mittlerweile gibt es neben Leef weitere Hersteller, die Teller aus Palmblättern produzieren. Doch nicht bei allen sind die Herstellung und der Transport so transparent wie bei Leef. Wenn ich in Plastikfolie eingeschweißte Palmblatt-Teller geliefert bekomme, werde ich doch etwas skeptisch.

Preislich bewegen sich die Teller natürlich in einem höheren Preissegment als das Pendant aus Pappe oder Plastik. So kostet ein Teller, je nach Größe, zwischen 20 und 40 Cent. Aber dafür ist er eben auch eine faire und nachhaltige Alternative, die zu 100% kompostierbar ist.

Nach dem nächsten Barbecue mit Freunden im Park solltest du deinen Palmblatt-Teller zwar trotzdem nicht einfach an Ort und Stelle liegen lassen, auch wenn die Natur sich um den Rest kümmern würde. Aber du kannst ihn guten Gewissens im Biomüll entsorgen.

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