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Patagonia: Don’t buy this jacket!

Don't Buy This Jacket - Patagonia

Es gibt Firmen, die wollen verkaufen. Verkaufen um jeden Preis, egal was – egal an wen: Die sprichwörtlichen Kühlschränke für die Eskimos. Aber nicht alle. Es gibt auch Firmen die sich Gedanken machen über Konsum, Ressourcen, Energie und Abfall. Firmen die sich deshalb in der Verantwortung sehen, wie beispielsweise die kalifornische Firma Patagonia, Hersteller von Outdoor-Kleidung und -Ausrüstung.

Die Verarbeitung von recycelten Materialien hat bei Patagonia hohe Priorität, seit 1996 wird für Baumwoll-Kleidung nur noch Bio-Baumwolle verwendet und seit 2005 gibt es ein Faser-zu-Faser Recycling-Programm bei dem alte Produkte zu neuen weiterverwertet werden. Das ist schon mal super, aber längst noch nicht alles! 2006 rief Patagonia zum ersten Mal und als erster Textilhersteller überhaupt seine Kunden direkt zum recyceln ihrer Kleidung auf. Zunächst betraf das nur Unterwäsche, aber das Programm wurde von Jahr zu Jahr erweitert und mittlerweile nimmt Patagonia alle Kleidungsstücke zurück die sie jemals hergestellt haben. Was recycelt werden kann wird recycelt – was nicht recycelt werden kann wird erst einmal eingelagert.

Patagonia Outdoor Jacke Orange 256x300 Patagonia: Dont buy this jacket! Doch recycelt werden soll nur was wirklich nicht mehr zu gebrauchen ist. Patagonia möchte, dass deren Kleidungsstücke ein möglichst langes Leben haben, verpflichten sich zur Reparatur der Teile (Verarbeitungsfehler kostenfrei, alles andere gegen angemessene Gebühr) und zusätzlich unterstützen sie die größtmögliche Wiederverwendung der Artikel.

Gemeinsam mit eBay wurde in den USA eine eigene Plattform geschaffen um gebrauchte Patagonia-Kleidung an andere Kunden weiterzuverkaufen und so den Lebenszyklus der einzelnen Stücke vollständig auszureizen. Das Plattform existiert bisher nur in den USA, soll aber demnächst auf Europa ausgeweitet werden. Unterstützt wird Patagonias Common-Threads-Initiative von der “Don’t buy this jacket”-Kampagne, unter anderem mit einer Anzeige in der New York Times pünktlich zum 25. November (dem Black Friday), an dem der vorweihnachtliche Konsum der US-Amerikaner seinen Höhepunkt erreicht.

Auch Patagonia möchte seinen Kunden natürlich Dinge verkaufen, davon leben sie, aber nur Produkte, die sie wirklich brauchen. Die Firma fordert ihre Kunden auf mitzuhelfen, umzudenken und die Kleidung wirklich aufzutragen und möglichst lange zu nutzen, oder weiterzugeben – denn einfach in den Müll geschmissen hat niemand etwas davon (abgesehen von einem wachsenden Müllberg). Immer die fünf Schritte vor Augen: Reduzieren, Reparieren, Weiterverwerten, Recyceln und Umdenken.

Wir wünschen uns mehr solcher Hersteller! Bravo!

1 Kommentar

  1. Christian Friederich

    01/04/2012 @ 14:58

    wenn ihr nach mehr solchen Herstellern schaut dann aber bitte auch hier…

    http://www.klattermusen.se

    dont buy this jacket hatten die Jungs glaube ich zuerst..konsequent und innovativ !!! but we still all love Patagonia ; )

    Antworten

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