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Qmilch® – Mode aus Milchfasern

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Natürliche Rohstoffe, biologische Abbaubaubarkeit – Schlüsselwörter auf die unsereins ja immer gerne anspringt. Die Designerin und Mikrobiologin Anne Domaske vereint beides in einer Textilfaser aus Milch, genauer gesagt aus Casein, dem Hauptbestandteil von gewöhnlicher Kuhmilch.

Aber Kleidung aus Milch? Die erste Reaktion hierzu ist meist: “Was!? Das ist doch Lebensmittelverschwendung!” Aber so einfach ist das nun auch wieder nicht, denn zur Herstellung der Milchfasern wird nur Milch verwendet die aufgrund der strengen Hygienevorschriften für die Lebensmittelindustrie ungeeignet ist, wie beispielsweise Milch, die nicht nach Gesetz wärmebehandelt wurde oder Abfallprodukte wie das Zentrifugat aus der Käseherstellung. Die Milchlieferanten von Qmilch® legen außerdem größten Wert auf Biohaltung.

Die Haptik des aus Milchfasern gewebten Stoffes soll sehr nahe an Seide herankommen und auch Allergiker werden mit dem natürlichen Textil sehr viel Freude haben, da die Faser mit bedeutend weniger Giftstoffen in Kontakt kommen als Beispielsweise Baumwolle. Wer mehr über die Faser erfahren möchte, sollte einen Blick auf die Website von Qmilch® werfen.

Was allerdings immer wieder heiß diskutiert wird ist die Frage, ob es denn wirklich klimaschonend ist Textilien aus Milch anzufertigen, wird der Kuh gerne die Klimakiller-Krone als riesiger Methan-Produzent aufgesetzt. So eine rülpsende und pupsende Kuh soll pro Jahr sich ebenso negativ auf das Klima auswirken wie die CO2-Emissionen eines Mittelklassewagens mit einer Jahresleistung von 18.000 Kilometern. Das ist eine Menge, aber andererseits soll der Anteil der durch Kühe verursachten gesamtdeutschen Emissionen gerade mal 1,82 % im Jahre 2004 ausgemacht haben (nach Angaben des Umweltbundesamtes). Andere Berechnungen sagen, dass der Prozentsatz für 2007 bei 2,1 % läge. Der Kraftverkehr als Gesamtes soll 2007 bei 18,1 % in Deutschland gelegen haben.

Wie in vielen Bereichen gibt es auch bei den Kühen noch keine perfekte Lösung, aber immerhin erste Lösungsansätze. Wissenschaftler der Uni Bonn beschäftigen sich zurzeit mit der Frage wie man den Methanausstoß einer Kuh verringern kann, sei es durch Ernährungsumstellung oder die Entwicklung einer Anti-Methan-Pille.

Wenn es aber nun so wäre, dass die Milch nicht extra produziert würde, sondern tatsächlich nur die Abfälle ohnehin schon produzierter Milch verwendet würden oder man eine effektive und umweltschonende Möglichkeit hätte künstliches Casein zu erzeugen, ist das doch eine prima Sache und mit Sicherheit ein interessanter Schritt in die Zukunft der Textilwelt.

JANNESFRUBEL qmilk milchtextilfaser Qmilch®   Mode aus Milchfasern

Mode aus Milchfaser - Foto von Jannes Frubel

4 Kommentare

  1. Pingback: MCC – Der Style zur innovativen Biomilchfaser-Mode | Greenspy

  2. marion Pfeuffer

    19/03/2012 @ 15:26

    Mein Vater wünscht sich ein Oberhemd aus der Biomilchfaser – wo kann ich das kaufen?
    Gruß m. pfeuffer

    Antworten
    • Das einzige uns bisher bekannte Label, das schon Bekleidung aus dieser Faser herstellt ist MCC Style (http://www.greenspy.de/723/). Ob diese aber bald auch Herren-Oberhemden führen, können wir Ihnen leider nicht sagen. Sicherlich wird Ihnene dort aber gerne weitergeholfen.
      Viele Grüße
      Simone

      Antworten
  3. Klingt ja interessant, ich finde es auch sehr wichtig, dass hier mit Erzeugern zusammengearbeitet wird, welche wert auf Biohaltung legen. Dennoch: Unser Fleisch- und Milchkonsum liegt schon längst jenseits von gut und böse, Bio hin oder her. Ob es da noch einen Industriezweig mehr geben muss, wage ich zu bezweifeln. Am Anfang mag ja alles “Bio” und natürlich nur aus “Abfallprodukten, welche sowieso anfallen” hergestellt sein, doch wäre eine generelle Einschränkung (oder Verzicht?) beim Fleisch- und Milchverzehr wünschenswert. Kleidung aus tierischen Produkten (ja, auch Leder) können nicht die Lösung sein.

    Antworten

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